Parasiten bei Haustieren: Risiken, Übertragung und wirksamer Schutz

Parasiten sind eine wachsende Bedrohung für die Gesundheit unserer Haustiere – und das nicht nur im Sommer. Durch den Klimawandel verlängert sich ihre Aktivitätszeit, und neue Parasitenarten breiten sich in Regionen aus, in denen sie früher nicht vorkamen. Wer sein Tier ganzjährig schützen möchte, sollte wissen: Was sind Parasiten, wie gefährlich sind sie wirklich, und welche Schutzmaßnahmen sind tatsächlich wirksam?
Was sind Parasiten?
Äußere Parasiten – sogenannte Ektoparasiten – wie Zecken, Flöhe, Mücken und Sandmücken leben auf der Körperoberfläche unserer Haustiere und ernähren sich von deren Blut.
Daneben gibt es Endoparasiten, die im Inneren des Tieres leben. Sie können Organe wie Darm, Herz und Lunge erheblich schädigen.
Parasiten gibt es bereits seit Millionen von Jahren. Die Domestizierung unserer Tiere hat es ihnen ermöglicht, sich weiter auszubreiten und unsere Tiere wie Kühe, Schafe, Katzen und Hunde zu befallen. Das immer engere Zusammenleben von Menschen und Tieren schuf die idealen Bedingungen für ihre weitere Entwicklung und Verbreitung.
Zu den wichtigsten äußeren Parasiten bei Hunden und Katzen zählen Zecken, Flöhe, Stechmücken und Sandmücken. Während Zecken und Flöhe die bekanntesten Vertreter sind, werden weiter unten eigene Artikel dazu verlinkt – dieser Artikel gibt zunächst einen allgemeinen Überblick.
Warum sind Parasiten ein Risiko für unsere Haustiere?
Zecken, Flöhe und andere äußere Parasiten sind nicht nur eine Plage für Hunde und Katzen, sondern können unseren Vierbeinern eine ganze Reihe ernster Probleme bereiten: Parasiten können etliche Krankheiten übertragen, von denen einige sogar tödlich enden können.
Ektoparasiten können Hautwunden und starken Juckreiz verursachen, an denen es zu Sekundärinfektionen mit Bakterien und/oder Pilzen kommen kann. Darüber hinaus können sie gefährliche Krankheiten übertragen, die mitunter tödlich enden, wie zum Beispiel Babesiose, Borreliose oder Leishmaniose.
Besonders wichtig: Einzelne Erkrankungen wie die Leishmaniose können schwer verlaufen und nur schwierig oder gar nicht behandelt werden. Manche Krankheitserreger können zudem auch Menschen infizieren – indem du also dein Haustier vor Parasiten schützt, schützt du auch dich und deine ganze Familie.
Ein weit verbreiteter Irrtum ist, dass Parasiten nur in den Sommermonaten aktiv sind. Parasiten wie Flöhe, die sich in warmer Umgebung besonders wohlfühlen, halten sich gerne in unseren Häusern und Wohnungen auf. Die konstant warmen Temperaturen ermöglichen es ihnen, über das ganze Jahr aktiv zu bleiben und sich neue Wirte zu suchen.
Wie übertragen Parasiten Krankheiten auf unsere Haustiere?
Parasiten wirken als sogenannte Vektoren – sie nehmen Krankheitserreger beim Blutsaugen auf und geben diese beim nächsten Biss an den Wirt weiter. Insbesondere Zecken und blutsaugende Insekten können als Vektoren gefährliche Krankheiten übertragen.
Die wichtigsten Übertragungswege im Überblick:
- Zecken übertragen beim Saugakt Erreger direkt ins Blut des Tieres. Zu den durch Zecken übertragenen Erkrankungen zählen unter anderem Borreliose, Anaplasmose und Babesiose. Mehr dazu findest du in unserem ausführlichen Artikel zum Thema Zecken beim Hund und bei der Katze (→ separater Artikel).

- Flöhe übertragen Krankheitserreger nicht nur durch ihren Biss, sondern auch über ihren Kot. Flöhe können eine Flohdermatitis verursachen – eine allergische Reaktion auf Flohspeichel, die für Hunde und Katzen äußerst unangenehm ist. Die Tiere können aufgrund des intensiven Juckreizes Fell verlieren und sich sogar selbst verletzen. Alles Wichtige rund um Flöhe erfährst du in unserem Artikel Flöhe beim Hund und bei der Katze (→ separater Artikel).

- Stechmücken können ebenfalls als Überträger gefährlicher Erkrankungen fungieren. Sie können Erkrankungen auf Katzen und Hunde übertragen – darunter der Herzwurm, ein Parasit, der die Organe unserer Haustiere beschädigt, was tödliche Folgen haben kann.
- Sandmücken sind vor allem in Südeuropa verbreitet und übertragen die Leishmaniose. Sandmücken wurden bereits im Norden Frankreichs und Deutschlands entdeckt – ein deutliches Zeichen dafür, dass auch bislang unbekannte Parasiten und Krankheiten für uns relevant werden.

Wie wirken sich steigende Temperaturen auf Parasiten aus?
Der Klimawandel verändert die Parasitensituation grundlegend. Die steigenden Temperaturen haben zur Folge, dass Parasiten sich weiter ausbreiten und mitunter das ganze Jahr über aktiv bleiben können. Zum einen können so ganzjährig Krankheiten von Parasiten auf unsere Haustiere übertragen werden. Zum anderen treten Krankheiten neuerdings auch in Gebieten auf, in denen sie davor nicht vorgekommen sind.
Zecken sind aufgrund steigender Temperaturen so aktiv wie nie zuvor. Mit immer wärmer werdendem Wetter sind sie über den Sommer und Herbst hinaus aktiv und können in neue Gebiete vordringen. Eine weitere Zeckenart, die Wiesenzecke, ist bereits ab 4° C aktiv.
Auch Reisen spielen eine zunehmende Rolle: Der zunehmende Trend für Reisen mit Haustieren führt dazu, dass Hunde mit Parasiten in Kontakt kommen, die hier nicht vorkommen. Diese Parasiten können sogenannte Reisekrankheiten übertragen. Langfristig könnte dieser Trend dazu führen, dass sich durch Parasiten übertragene Krankheiten in neuen Gebieten etablieren.
Wie können Sie ihr Haustier schützen?
Viele Haustierbesitzerinnen und Haustierbesitzer sind sich dieser Entwicklungen nicht bewusst und denken an Parasitenschutz häufig nur in den wärmeren Monaten. Damit das Tier sicher vor von Parasiten übertragbaren Krankheiten geschützt ist, ist eine ganzjährige Parasitenprophylaxe unerlässlich.
Folgende Schutzmaßnahmen stehen zur Verfügung:
- Spot-on-Präparate werden direkt auf die Haut aufgetragen und verteilen den Wirkstoff über den gesamten Körper des Tieres. Je nach Wirkstoff kann die Wirkdauer mehrere Wochen oder Monate umfassen.
- Kautabletten bieten sicheren Schutz vor Zecken und Flöhen. Es gibt sie mit kurzer, aber auch mit langer Wirkdauer über mehrere Monate. Die Wirkstoffe gelangen durch den Magen-Darm-Trakt in den Blutkreislauf und entfalten von dort aus ihre Wirkung.
- Injektionen ermöglichen ebenfalls sicheren Schutz: Der Wirkstoff wird vom Tierarzt unter die Haut injiziert und entfaltet seine Wirkung über den gesamten Körper. Da sich der Wirkstoff nicht oberflächlich an der Haut des Tieres befindet, besteht beim Streicheln und Kuscheln keine Sorge für Mensch oder Partnertier.
- Halsbänder funktionieren ähnlich wie Spot-on-Präparate über einen Wirkstoff, der sich über die Haut auf dem gesamten Körper verteilt. Ein Vorteil mancher Halsbänder ist die länger anhaltende Wirkung.
Wichtig dabei: Bevor du Schutzmaßnahmen ergreifst, erkundige dich unbedingt in deiner Tierarztpraxis, welche wirklich einen effektiven Schutz bieten – und vor welchen Parasiten dein Tier Schutz benötigt.
Denn die optimale Prophylaxe hängt von Faktoren wie Tierart, Alter, Lebensstil und dem regionalen Parasitenrisiko ab.
Fazit
Parasiten sind keine saisonale Erscheinung mehr, sondern ein ganzjähriges Gesundheitsrisiko für Hunde, Katzen und ihre Besitzer. Wer frühzeitig handelt und konsequent schützt, bewahrt sein Tier vor ernsthaften – teils lebensbedrohlichen – Erkrankungen. Sprich mit deiner Tierarztpraxis über die beste Vorsorge für dein Haustier.
Letzte Aktualisierung: 20. März 2026




