Zytologische Untersuchung
Mikroskopische Untersuchung von Zellpräparaten zur Diagnose von Erkrankungen.
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Informationen zur Leistung
Unter Zytologie versteht man die mikroskopische Begutachtung von Körperzellen zur Diagnose von Erkrankungen - dazu gehören Muskel-, Bindegewebs- und Epithelzellen, aber auch Knorpel- und Nervenzellen und im weiteren Sinn die Zellen des Blutes.
In der Veterinärmedizin wird sie sehr häufig zur Untersuchung von äußerlichen Umfangsvermehrungen (wie z.B. Tumore, Schwellungen, Knoten, usw.) angewendet, aber auch zur Untersuchung von Harnproben (siehe auch Harnuntersuchung), von Ohrensekret oder von Zellen des Blutes. Generell ist eine zytologische Untersuchung bei allen Körperzellen möglich – es können also u.a. auch Proben von Flüssigkeitsansammlungen in der Brust- oder Bauchhöhle, Gelenksflüssigkeit oder Vaginalabstriche untersucht werden.
Die wichtigsten Fragestellungen, die mit einer zytologischen Untersuchung beantwortet werden können, sind: Liegt eine Infektion vor? Haben wir es mit einer Entzündung zu tun? Oder könnte es sich um eine Krebserkrankung handeln?
Veränderungen von Form, Größe oder Inhalt der Zellen können Hinweise darauf geben. Es können aber auch das Vorhandensein von Bakterien oder anderen Organismen (wie Pilze, Hefen, Parasiten) in den Präparaten nachgewiesen werden.
Es gibt allerdings Grenzen bei der Diagnose von Erkrankungen mittels Zytologie – manchmal können nicht genügend Zellen für eine Untersuchung gewonnen werden (weil das Material z.B. sehr zellarm ist oder das veränderte Gewebe nur schwer zugänglich ist) oder die gewonnenen Zellen sind nicht eindeutig diagnostisch zuordenbar. Dann sind weiterführende Untersuchungen wie eine Histopathologische Untersuchung oder eine Bakteriologische Untersuchung nötig, um zu einer Diagnose zu gelangen.
So funktionierts:
Bei festen äußerlichen Umfangsvermehrungen oder aus Organen kann eine Probe mittels einer sogenannten Feinnadelbiopsie gewonnen werden – dabei wird eine sterile und feine Nadel in das veränderte Gewebe gestochen und die so gewonnenen Zellen dann mithilfe einer Spritze auf einen Objektträger aufgebracht und dünn ausgestrichen. Keine Angst, das ist nicht schmerzhafter als eine Impfung! Zellen können auch mit einer Nadel von Flüssigkeiten aus Körperhöhlen, Gelenken oder Zysten gewonnen werden. Zur Gewinnung von Zellen zur Untersuchung von schuppigen Hautveränderungen kann ein Geschabsel oder ein Klebestreifenstreifenpräparat angefertigt werden, während man von nässenden oder ulzerierenden Hautveränderungen ein Abklatschpräparat anfertigen kann, indem man den Objektträger direkt auf die Veränderung presst. Flüssigkeiten, wie Harn, Blut oder andere Körperflüssigkeiten werden entweder direkt oder nach dem Zentrifugieren ebenfalls auf Objektträger aufgebracht und ausgestrichen. Sekrete (aus Ohr, Nase, usw.) oderSchleimhautabstriche können mit einem Tupfer oder Wattestäbchen direkt auf den Objektträger aufgetragen werden. Diese Ausstriche werden dann mit speziellen Färbungen eingefärbt und mikroskopisch untersucht. Viele zytologische Präparate können gleich vor Ort in der Klinik beurteilt werden, in manchen Fällen ist es allerdings nötig sie zur Begutachtung durch Pathologen ins Labor zu senden.
Verfasser:
Monika Herold-Wagner