Harnuntersuchung
Analyse der physikalischen und chemischen Bestandteile des Harns, um Hinweise auf mögliche Erkrankungen des Harntraktes und der Nieren, bzw. auf Stoffwechselerkrankungen zu bekommen.
Diese Leistung bieten wir an 10 Standorten an

Informationen zur Leistung
Bei Verdacht auf Erkrankungen der Blase, der Harnwege oder der Nieren wird in so gut wie jedem Fall eine Untersuchung des Harnes durchgeführt.
Eine solche Untersuchung macht aber auch bei klinisch gesunden Tieren Sinn, z.B. im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung, um mögliche Erkrankungen bzw. das Vorhandensein von Infektionserregern frühzeitig zu erkennen und eingreifen zu können.
Physikalische und chemische Parameter, die im Harn untersucht werden können:
- pH-Wert: zeigt an, ob der Harn zu sauer oder zu basisch ist
- Spezifisches Gewicht: Dichte, bzw. Konzentration des Harns; gibt Hinweise auf die Nierenfunktion
- Rote Blutkörperchen/Blutfarbstoff (Hämoglobin): zeigt das Vorhandensein von Blut oder Hämoglobin im Harn an
- Weiße Blutkörperchen: können ein Hinweis auf mögliche Entzündungen oder Infektionen des Harntrakts sein
- Eiweiß: kann Hinweis auf mögliche Nierenerkrankungen sein
- Glukose (Blutzucker): kann Hinweis auf Diabetes mellitus oder andere Nierenerkrankungen sein
- Mikroskopische Untersuchung des Harnsediments (nach Zentrifugieren der Probe): Untersuchung auf das Vorhandensein von Bakterien, Zellen oder Harnkristallen
Die Untersuchung des Harns kann meist gleich vor Ort in der Klinik durchgeführt werden, für weiterführende Untersuchungen wie eine Bakterienkultur und ein Antibiogramm muss aber eine Probe ins Labor gesendet werden (siehe Bakteriologische Untersuchung).
So funktionierts:
Es gibt verschiedene Möglichkeiten zu einer Harnprobe zu kommen:
Sie können z.B. versuchen den Harn, wenn Ihr Tier uriniert, mit einem Harnbecher oder einem anderen sauberen Gefäß aufzufangen und die Probe gleich zum Termin mitnehmen. Bei Katzen funktioniert es am besten, wenn man ein spezielles Plastikgranulat statt der Streu in ein frisch ausgewaschenes Kisterl gibt (als Urin-Test Kit in Ihrer Tierarztpraxis oder ausgewählten Tierhandlungen erhältlich). Dieses ist nicht saugend und der Harn kann dann mit einer Spritze oder einer Pipette aufgezogen werden. Andernfalls kann Ihr Tierarzt oder Ihre Tierärztin versuchen Harn direkt aus der Blase auszudrücken oder bei männlichen Tieren eine Probe mittels Harnkatheter zu gewinnen. Falls eine sterile Gewinnung für eine bakteriologische Untersuchung und ein Antibiogramm nötig ist kann mit einer Nadel eine Probe unter Ultraschallkontrolle aus der Blase gewonnen werden (Zystozentese). Aber keine Angst, das ist so gut wie schmerzfrei!
Verfasser:
Monika Herold-Wagner