Über die Behandlung

Gentests werden bei Hunden, Katzen und Pferden vor allem zur Untersuchung auf verschiedene Erbkrankheiten und zur Identifizierung der Rasse eingesetzt.

Dabei wird in speziellen Laboren körpereigene DNA (Desoxyribonukleinsäure) analysiert - diese kommt in allen Körperzellen vor und enthält die Erbinformationen, die Aussehen, Eigenschaften und die erbliche Anlage von bestimmten Krankheiten bestimmen.

Erbkrankheiten werden durch Mutationen, also Veränderungen, dieser DNA verursacht. Wenn also bei einem Tier eine für eine bestimmte Krankheit typische Mutation vorliegt, kann es diese entweder weitervererben oder daran erkranken oder beides.

Richtig eingesetzt können Gentests eine wertvolle Unterstützung für Züchter und Tierhalter sein.

Anwendungsmöglichkeiten für Gentests

  • Abstammungsprofil (Rassezuordnung): hilft bei Mischlingshunden oder Katzen festzustellen, welche Rassen an Ihrer “Mischung” beteiligt sind. Fast jede Rasse neigt zu gewissen Erkrankungen und hat bestimmte körperliche und charakterliche Merkmale - zu wissen welche Rassen bei Ihrem Tier vorherrschen kann helfen, das Risiko für Erbkrankheiten, aber auch Temperament, Energielevel und Bewegungsbedarf des Tieres besser einzuschätzen.

❗️Ein Abstammungsprofil kann auch zur Bestätigung der Reinheit einer Rasse durchgeführt werden - wenn man z.B. sichergehen will, dass der als reinrassig gekaufte Dackel auch tatsächlich reinrassig ist.

  • Rassespezifisches DNA-Profil: untersucht auf alle erblichen Erkrankungen, die bei einer gewissen Rasse häufig vorkommen. Inzwischen kann auf hunderte Erbkrankheiten untersucht werden, wie z.B. Dilatative Kardiomyopathie (Herzerkrankung), Hämophilie (Blutgerinnungsstörung), Hüftdysplasie (Fehlbildung des Hüftgelenks) oder Progressive Retinaatrophie (fortschreitendes Erblinden).

  • Test auf einzelne genetische Erkrankungen: falls bei einem Tier der Verdacht auf eine ganz bestimmte erbliche Erkrankung besteht, kann individuell nur darauf getestet werden.

So funktionierts:

Meistens reicht ein Abstrich der Wangenschleimhaut - dabei wird ein steriles Bürstchen mehrmals über die Innenseite der Wange gestrichen und dann zur Analyse ins Labor gesendet. In manchen Fällen - vor allem wenn eine größere Menge DNA für die Tests benötigt wird - kann auch eine Blutabnahme erforderlich sein.

Im Falle eines Abstammungsprofils wird der Anteil der beteiligten Rassen jeweils als Prozentzahl angezeigt.

Die Ergebnisse einer Untersuchung auf genetische Erkrankungen werden üblicherweise so angezeigt:

  • „Frei“, bzw. negativ: keine erbliche Veranlagung der Erkrankung
  • „Träger“: das Tier trägt eine Kopie des mutierten Gens einer bestimmten Erkrankung
  • Betroffen“: das Tier trägt zwei Kopien des mutierten Gens einer bestimmten Erkrankung in seiner DNA und ist entweder schon daran erkrankt, bzw. hat ein hohes Risiko im Laufe seines Lebens daran zu erkranken

Wenn ein Tier Träger einer bestimmten Genmutation ist, bedeutet das nicht, dass es erkranken muss, wohl aber, dass die genetische Neigung (Prädisposition) dafür besteht. So kann das Risiko besser eingeschätzt werden, eventuell Vorsorgemaßnahmen getroffen werden und eine Erkrankung durch Früherkennungstests im besten Fall rasch erkannt und behandelt werden.

Vor allem für Züchter sind solche Gentests wertvoll, um herauszufinden, welche Elterntiere als Träger eines bestimmten Gendefektes diesen weitervererben könnten und deshalb von der Zucht ausgeschlossen werden sollten.

Verfasserin:

Monika Herold-Wagner