Blutgerinnung
Die Untersuchung von verschiedenen Parametern der Blutgerinnung zur Diagnose von Gerinnungsstörungen.
Diese Leistung bieten wir an 10 Standorten an

Informationen zur Leistung
Als Blutgerinnung (oder auch Hämostase) wird eine Kaskade an physiologischen Prozessen bezeichnet, die zum Stillstand einer Blutung führt. Bei einer funktionierenden Blutgerinnung „steht“ eine Blutung, z.B. nach einer Schnittwunde, innerhalb einer bestimmten Zeit.
Es ist ein sehr komplexer Vorgang, an dem eine Verengung der betroffenen Blutgefäße, Blutplättchen, Blutgerinnungsfaktoren und diverse Proteine im Blut beteiligt sind und bei dem es zur Bildung von Blutgerinnseln oder Blutkoageln kommt. Bei einer Blutgerinnungsstörung ist dieser Vorgang allerdings beeinträchtigt und es kann zu lebensbedrohlichen Blutverlusten oder aber zu einer ebenfalls lebensbedrohlichen überschießenden Bildung von Blutgerinnseln kommen.
Generell gibt es angeborene und erworbene Blutgerinnungsstörungen. Bei unseren Haustieren kann z.B. eine Hämophilie oder ein Mangel an Von-Willebrand-Faktor angeboren sein - beides kann zu gefährlichen Blutungen führen. Erworbene Blutgerinnungsstörungen können z.B. bei schweren Lebererkrankungen oder bei der Aufnahme von Rattengift mit Gerinnungshemmern auftreten. Aber auch bei einer Verbrauchskoagulopathie (auch DIC genannt), die durch verschiedene zugrundeliegende Erkrankungen (wie manche Intoxikationen, Neoplasien, Herzwurmerkrankung oder Hitzschlag) ausgelöst werden kann, kann es zu einem Mangel an Blutplättchen und verschiedenen Gerinnungsfaktoren kommen.
So funktionierts:
Bei Verdacht auf Blutgerinnungsstörungen bei unseren Haustieren können uns Untersuchungen auf bestimmte Gerinnungsparameter bei der Diagnose helfen.
Dazu gehören einerseits die Gerinnungszeiten wie PT (Prothrombinzeit) und aPTT (aktivierte partielle Prothrombinzeit) oder auch ACT (aktivierte Gerinnungszeit) – bei einer deutlichen Verlängerung dieser Zeiten ist der Verdacht auf eine Gerinnungsstörung groß. Auch eine Untersuchung der Anzahl der Blutplättchen kann wertvolle Informationen liefern – zu einer zu geringen Anzahl kann es z.B. bei Autoimmunerkrankungen, einer Verbrauchskoagulopathie oder Knochenmarkserkrankungen kommen. Diese Parameter liefern dem tierärztlichen Team meist schon ausreichende Informationen.
Bei Verdacht auf angeborene Störungen oder auf eine Hyperkoagulopathie gibt es die Möglichkeit einer fortgeschrittenen Blutgerinnungsdiagnostik, dabei kann z.B. auch die Menge und der Funktionsgrad verschiedener Blutgerinnungsfaktoren oder auch die Funktionsfähigkeit der Blutplättchen untersucht werden, sowie für die Gerinnung nötige Bluteiweiße wie Fibrinogen.
Eine Untersuchung der grundlegenden Gerinnungsparameter kann aber auch als vorbeugende Maßnahme vor Operationen sinnvoll sein. Z.B. wenn für Rassen, die von angeborenen Blutgerinnungsstörungen häufiger betroffen sind, eine Routineoperation (wie Kastration, Zahnextraktionen, usw.) geplant ist, bei der Gerinnungsstörungen lebensbedrohliche Blutverluste verursachen könnten. Zu diesen Rassen gehören u.a. Dobermänner, Deutsche Schäferhunde, Shelties oder Scotch Terrier.
Verfasser:
Monika Herold-Wagner